"Das Alte Forstamt im Teutoburger Wald"

Herzlich Willkommen auf den Seiten des Alten Forstamtes im Teutoburger Wald. Hier finden Sie Infos zur Geschichte des Hauses, zu seiner Lage am Wald, Wiesen  im Tal der Durbeke.
Bereits im Mittelalter, um 11.00 Uhr befand sich hier eine "Domäne" die an gleicher Stelle direkt an der Durbeke gelegen war und es gab ausserdem eine kleine Siedlung die "Sellinghausen" geheissen hat. Diese Siedlung wird namentlich in einer Urkunde des Klosters Hardehausen genannt. In diesem Dokument werden auch die Bewohner von Sellinghausen namentlich erwähnt und die Produkte, die Sie als "Zehnten" an das Kloster Corvey  abgeben müssen. Interessanterweise handelt es sich um Abgaben wie Hafer, Honig, Pech sowie Schafe und Lämmer. Zwar gibt es heute keinen Kohlenmeiler zur Erzeugung von "Holzkohle und Pech" mehr in unserer Gegend, aber einer der Nachbarn hält Bienen, wir halten Schafe und Lämmer und Korn wird in der Gegend auch noch geerntet. So hat sich die Tradition im Tal der Durbeke erhalten!
In jüngerer Zeit wurde das Haus Durbeke, welches in Karten zunächst stets als "Domäne" bezeichnet, dann später als preussische Oberförsterei  und zuletzt vor dem Verkauf an uns als staatliches Forstamt genutzt. In preussischer Zeit wurde das ursprünglich einstöckige Steinhaus, das  aus dem 16.00 Jahrhundert stammt um eine wunderschöne (Fachwerk-) Etage inkl. Balkon ergänzt.
Die Oberförsterei hatte die Aufgabe, durch die Anwesenheit von preussischen Forstbeamten des Oberförsters und seiner direkt nebenan wohnenden Kollegen - den damals in unseren Wäldern üblichen "Waldfrevel" zu unterbinden. Als Waldfrevel bezeichnete man die damals noch recht verbreitete Wilderei und das wilde Hüten von Kühen und Schweinen auf den Waldflächen. Auch das ungenehmigte Fällen von Bäumen war ein Waldfrevel und sollte durch die Anwesenheit der preussischen Forstmeister und Ihrer Mitarbeiter verhindert werden.
Das historische und denkmalgeschützte Fachwerkhaus, das "Alte Forstamt", wie es sich heute darstellt, ist 180 Jahre alt. Früher wurde das Haus als "Oberförsterei Forst Altenbeken" bezeichnet. In den 180 Jahren seines Bestehens haben hier 13 Forstmeister und Ihre Familien gelebt und gearbeitet.
Der grosse Bauerngarten, die Landwirtschaft und der Haushalt waren meist in der Obhut der "Frau Forstmeister". "Frau Forstmeister" managte Familie, Haus und Hof und Angestellte und war, wie man sich vorstellen kann, bestens ausgelastet.
Wir hatten die Ehre noch zwei dieser Forstmeistersfrauen und Ihre Familien die im Alten Forstamt gewohnt haben, kennenzulernen. Die Familie des Landforstmeisters Wernher Wiemer und auch die Familie des Forstmeisters Bernhard Havestadt. Familie Wiemer hat das Alte Forstamt im Teutoburger Wald bis zum Sommer 1977 bewohnt. Damals wurde das Haus von uns ersteigert und Wiemers erwarben das Haus gegenüber. Familie Wiemer  hat uns noch vieles aus Ihrem Leben und den Geschehnissen auf dem Alten Forstamt zu Ihrer Zeit berichtet. Frau Wiemer war eine sehr begeisterte und kompetente Gärtnerin und Sie hat manche interessante Pflanze im Garten angepflanzt. Von Ihr haben wir auch noch viel über das Leben auf dem Alten Forstamt erfahren.

Frau Havestadt konnte uns noch vieles Interessante über die "Gute Alte Zeit auf dem Forstamt" besonders zur Kriegszeit und danach erzählen und dankenswerterweise hat Sie uns auch einige Ihrer Fotos in Kopie überlassen. Im Krieg waren einige evakuierte Personen und Freunde des Hauses die Hab und Gut verloren hatten, auf dem Grundstück und in den Wohnungen untergebracht. Bewohnt wurden die die Kutscherkammer -diese von einem Flüchtling bewohnt - der noch viele Jahre mit seinem Pferd auf dem Hof lebte und in der Landwirtschaft half und später dann als Chauffeur für den Landforstmeister Havestadt arbeitete. die beiden Försterwohnugen, das heutige Arbeitszimmer, wo seinerzeit der Onkel der Familie wohnte, weitere Zimmer im Haus wurde von zwei Familien (mit insgesamt 17 Personen) bewohnt. Zeitweise wohnten zu dieser Zeit auf dem Alten Forstamt mehr als 30 Personen.
Obwohl es bestimmt nicht einfach war, mit so vielen Personen zusammen zu leben und diese zu verköstigen, so war es doch eine Selbstverständlichkeit für alle, dass Sie mit anpackten und halfen und so die beengte Sitatuation erträglich machten. Frau Havestadt war eine sehr sympathische und patente Person und man kann sich gut vorstellen, wie  trotz aller Probleme alles seinen geregelten Gang auf dem Alten Forstamt (in Haus, Hof und Garten) ging,  unter Ihrer Obhut. Sie hat dafür gesorgt, dass alle Ihre Gäste gut ernährt wurden und das war bestimmt auch nicht immer einfach. Einige Ihrer Rezepte hat Sie uns hinterlassen und bei Gelegenheit werden wir diesen "Schatz" auch einmal sichten.
Ihr Ehemann, Forstmeister Bernhard Havestadt war sehr an Ornithologie interessiert und hat die Vogelwelt der Region über Jahrzehnte genau beobachtet und dokumentiert.
Landforstmeister Wernher Wiemer pflegte sein Revier auf dem Pferderücken zu durchstreifen. Auch die 4 Töchter der Familie waren begeisterte Pferdefreunde. Zur Zeit der Familie Wiemer wurden Pferde im Kuhstall bzw. im Schafstall gehalten und auch wir hatten in der Anfangszeit noch bis zu 3 Pferde dort eingestellt. Unter Landforstmeister Wernher Wiemer fanden viele Jagden statt und die letzte haben wir zu unserer Anfangszeit noch erlebt..da fanden sich die Jäger bei Hörnerklang ein, es gab eine Einweisung dann gings in Feld und Flur und nach der Jagd versammelte man sich auf dem Hof zum Umtrunk und zur Suppe und wartete auf das Wild, das von dann von den "Helfern" aus dem Wald geholt wurde. Die "Strecke" wurde dann auf einem Bett von Tannenzweigen vor der Mauer im Hofgarten ausgelegt. Die "Strecke" war in den 70zigern wirklich beachtlich und es ging sehr zünftig zu. Mancher freche Spruch wurde geklopft, manche Anekdote von dieser und anderen Jagden erzählt und die Stimmung unter den Jagdgästen war gut. Man kann sich unschwer vorstellen wie es zur Preussischen Zeit hier zuging..das Badezimmer befand sich damals in einen anderen Gebäude auf dem Hof und die Mägde hatten wirklich zu tun, das heisse Wasser aus der Küche in die Badestube zu schleppen. Danach versammelten sich dann die Jagdteilnehmer im Haus und verbrachten frohe Stunden im Kreis der Freunde.
Familie Havestadt hielt ebenfalls Pferde* (*auch einige der seltenen Senner-Pferde wurden hier zeitweise gehalten) einige Kühe (diese Kühe wurden von der Familie Havestadt als "Butterhirsche" bezeichnet), es gab stets Gänse (die über einen kleinen Tümpel und einen eigenen Bereich auf der Weide verfügten, einen Pfau*(der in der Kriegszeit von marodierenden Personen geschlachtet und gebraten wurde, sehr zur Betrübnis von Familie Havestadt, die obligatorischen Hühner (die es auch heute noch hier gibt) und natürlich gab es, wie es sich in einem Forstamt gehört stets einige Hunde im Haus. Havestadts hielten einen Jagdhund und einen Dackel.
Frau Havestadt war bekannt für Ihren schönen Garten und das herrliche Gemüse. Das überschüssige Gemüse brachte sie mit dem Fahrrad auf den Markt in Paderborn, wo sie es verkaufte. Sie war gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und hatte einen grossen Haushalt mit mehreren Angestellten und angehenden Hauswirtschaftlerinnen (Auszubildenden) zu führen. Es gab stets Gäste im Haus, viele Freunde der Familie die zu Besuch kamen, im Herbst und Winter waren es dann Jagdgäste. Im Sommer waren häufig Freunde und Familie aus der Stadt die hier den Sommer (Sommerfrische) hier verbrachten. Sie hat uns vor Ihrem Tod noch vieles vom Leben der Forstmeister auf dem Alten Forstamt im Teutoburger Wald erzählt. Auch einen Teil Ihrer Korrespondenz hat Sie uns zum Kopieren überlassen.
Die Forstmeister hegten die alten Bäume der Umgebung und den umliegenden Wald und das Wild und schufen somit eine wunderschöne Umgebung .*(mehr dazu unter "Historie"). Die historischen Gebäude des Alten Forstamtes liegen inmitten einer romantischen Umgebung mitten im Tal der Durbeke in der Region Teutoburger Wald/Eggegebirge.  
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