"Wenn du ein Gärtchen hast
und eine Bibliothek,
so wird dir nichts fehlen."
Marcus Tullius Cicero

Aufbau und Geschichte des Gartens:

Wir nehmen Sie mit auf die Reise durch die Geschichte unseres Gartens - Es hat 40  Jahre gedauert um den Garten des Alten Forstamtes wieder in seinen Originalzustand wie zur Biedermeierzeit zu vesetzen. Es war viel Arbeit, hat Mühe gemacht, es gab Rückschläge, aber es hat sich gelohnt. Es ist gelungen, den Garten zu rekonstruieren zum einen auf der Basis von Fotos und von Briefen der ehemaligen Forstmeisterfamilien die hier gelebt haben  (*die meisten Briefe stammen aus der Zeit zwischen 1840-1886). Ebenso hilfreich bei der Rekonstruktion des Biedermeiergartens waren Orignalzeichnungen (u.a. vom Maler Erdmann, der hier als Sohn des Oberförsters aufgewachsen ist) sowie auf der Basis Kopien von Gartenfotos die uns von den Nachfahren der Forstmeisterfamilien überlassen wurden (diese stammen teilweise auch aus den frühen 1930er Jahren). Auch fanden sich weitere historische Gartenpläne und Zeichnungen des Gartens.

Zu Zeiten des Forstmeisters Havestadt waren von "Frau Forstmeister" dekorative bunte Dahlienbeete auf dem Weg zu den Linden angelegt worden. Diese Beete befanden sich in der heutigen Schafweide entlang des Weges von den grossen Linden zum Haus . Diese Dahlien stammten vom  westfälischen Pastor und Dichter Augustin Wibbelt, der ein Freund der Familie Havestadt war. Forstmeister Havestadt stammte aus dem gleichen Dorf wie Augustin Wibbelt (*Ahlen-Vorhelm im Münsterland).

Beschreibung: Der Garten des Alten Forstamtes ist ein klar gegliederten Garten, einen sogenannter "Deutscher Garten", der von Buchsbaumrabatten und Kieswegen mit weissem Kies gesäumt ist und dessen Zentrum ein Rondell mit Sonnenuhr auf der Südseite vor dem Haupthaus bildet. Das Rondell (von uns "Rundes Beet"genannt) ist mit Rosen, Lavendel und weiteren saisonalen Pflanzen (die jährlich wechseln) in unterschiedlichen Farben  bepflanzt. Zu jeder Jahreszeit ist dieses Rondell daher sehr reizvoll, in diesem Jahr sind die Farben Rot, Rosa, Gelb und Blau  vertreten.

Die langen, von Buchsbaum eingefassten Staudenbeete bringen den Rausch der Farben in den Garten - hier sind Pflanzen wie Fingerhut (in Lila), Fette Henne, Rittersporn (Blau), Lavendel und natürlich Duftrosen in den Farben in Rot, Weiss und Rosa und Gelb von David Austin. Ausserdem gibt es einige alte, historische Rosen  und natürlich der Blaue und Weisse Rittersporn  verschiedene Blaue und Weisse Lavendelarten, Ringelblumen, Gelbes Mädchenauge und andere Pflanzen vertreten.

Vom Frühsommer an malt die Natur in unserem Garten in den schönsten Farben, es beginnt mit gelben Mohnblüten, dann folgen die ersten zaghaften Rosen, dann erscheinen Margeriten, weitere Rosen, dann gelber Sonnenhut und die Sinfonie der Farben endet erst im späten Oktober wenn die ersten Nachtfröste einsetzen.

Übrigens verbreiten sich ohne unser Zutun Königskerzen und Akelei im Garten. Die  stattliche Königskerze (zweijährige Pflanze) muss allerdings im zeitigen Frühjahr in die Rabatten umgepflanzt werden, denn diese Pflanze wächst gern auf den Kieswegen ausserhalb der Beete (wir nennen Sie daher eine Wanderpflanze!).

Der Gartenpavillion dient als Laube für die gemütliche Kaffestunde oder abends als Sitzplatz mit Blick auf Kräuterbeete, Garten und Schafweide - zusätzlich werden dort im Frühjahr Pflanzen vorgezogen und im Sommer empfindliche Pflanzen wie z.B. Tomaten, Gurken oder Paprika gezogen.

Traditionelle Stockrosensorten in Weiss, Rot und Gelb beleben die Hauswand und die Beete mit Ihrer Grösse und Farbenpracht. Ausserdem ist diese Pflanze ein typisches Bauerngarten Gewäshs und darf daher auch in unserem Garten nicht fehlen.

Sichtachsen:Der Blick fällt vom Haus aus gesehen, über das Rondell in der Gartenmitte, auf den Pavillon sowie auf die Rosenbeete und die Staudenbeete - auf Hecken, 3 Meter hohen Formgehölze und auf den Wald und auf die Sichtachsen der mehr als 120 Jahre alten Linden auf der Schafweide. Unter diesen majestätischen Linden befinden sich noch heute die historischen Gräber der Forstmeisterhunde (zu den Zeiten der königlich preussischen Forstmeister gab es hier zeitweise 13 Hunde). Die Schafweiden werden heute wieder durch eine malerische Reihe von Obstbäumen gesäumt.

Der Garten wird stark gegliedert durch die Sichtachsen welche durch "Formgehölze" wie  hohe Eibentürme und Buchsbaumkugeln sowie mit Rosen und Rankhortensien bewachsene Pergolen unterstützt werden.

Die hohen Eibenhecken trennen den rein "dekorativen" vom "nützlichen"* Gartenteil hier wachsen verschiedene Gemüsepflanzen ... (Dahinter hat Artemis* (die Gartengöttin Ihren Platz).

Die Hauptachse des Gartens bildet der zentrale Kiesweg der vom vom weissen Eingangstor an der Einfahrt hin zum Pavillion führt. Dieser zentrale Gartenweg  lädt ein zum Spaziergang durch den Garten und führt den Blick des Betrachters in den zweiten Gartenteil und auf das Rondell. Tiefe erhält der Garten zusätzlich durch die aus Lärchenholz gezimmerten Rosenbögen, die mit Clematis, Rosen und Rankhortensien sowie Efeu bepflanzt wurden.

Noch nach 170 Jahren kann man erkennen, wie vorausschauend die Forstmeister und Förster früherer Generationen Bäume und Büsche gepflanzt und die Umgebung gestaltet haben, es ist Ihnen dadurch erfolgreich gelungen einen Landschaftspark in der Umgebung des Hauses und im Tal zu gestalten. Leider sind diese Bäume zum Teil heute akut gefährdet, da Sie noch immer nicht als zu schützende Bäume erkannt werden. Hoffentlich ändert sich diese Einstellung noch!  Das Arboretum der Forstmeister, der sogenannte "Kleine König" beheimatet noch heute ca. 150 verschiedene Baumarten!

Viele der Sichtachsen auf dem Grundstück und in der Umgebung die auf Baumgruppen gehen, sind noch heute gut erkennbar. Auch wurden von den Forstmeistern viele noch heute vorhandene Pflanzen eingeführt, so befinden sich auf dem Grundstück noch heute seltene  und ungewöhnliche Pflaumenarten, ursprüngliche und sehr winterharte Obst und besondere Apfelsorten, Jasmin, Schneeglöckchen und viele mehr. Es ist davon auszugehen, dass diese Pflanzen von  Forstmeistern gepflanzt wurden. Sie hinterliessen ein einzigartiges Botanisches Erbe.

Nutzgarten: der Nutzgarten am Haus ist mit Obstbäumen und Obstbüschen bepflanzt (z.B. Apfelbäume, Kirschbäume, Birnbäume, Pflaumenbäume, Johannisbeerbüsche und Stachelbeerbüsche, Himbeer- und Brombeeranken) und befindet sich im unteren Teil des Gartens. Früher befanden sich an allen Eckpunkten des Grundstücks Sauerkirschen, diese sind teilweise nicht mehr vorhanden, werden aber peú á peú ersetzt bzw. wieder neu angepflanzt.

Gemüsegarten: Im vor dem Geflügel geschützten und eingefriedeten Gemüsegarten wachsen Bohnen, Gurken, Mangold, Kohlpflanzen (Grün, Weiss und Rotkohl), Kürbis, Salate, Erdbeeren, Kapuzinerkresse und weitere typische Pflanzen des Bauerngartens und auch tpyische Blumensorten als auflockerndes dekoratives blühendes und kulinarisches Element. Auch Artischocken haben hier Eingang gefunden und gedeihen in jedem Jahr prächtig.

Parterre: Ein Parterre am "Kleinen Haus" trägt den Weinstock mit den Burgundereben, die zwar nicht zu Wein aber zu Gelee bzw. Traubensaft verarbeitet werden. Einige Trauben bleiben dann im Herbst am Weinstock hängen und werden von den Vögeln in Herbst und Winter gern verspeist.

Kräutergarten: Seit vergangenem Jahr gibt es auf dem Alten Forstamt auch wieder einen grossen Kräutergarten - jetzt entspricht er wieder dem historischem Vorbild.  Ein Lavendelbeet mit dekorativem Putto wurde ebenfalls angelegt. Der echte Lavendel verströmt einen herrlichen Duft und lockt viele Bienen und Hummeln an.. Viele Kräuter und Gewürzpflanzen* wie Petersilie, Schnittlauch, Beinwell, Bohnenkraut, Dost (Oregano) Dill, Estragon, Fenchel, Johanniskraut (Busch), Kamille, Kerbel, Kümmel, Koriander, Maggikraut*, Majoran, Melisse, Beinwell, Salbei (versch. Sorten), Thymian, Wegwarte, Ysop, usw..des klassischen und modernen Bauerngartens haben ihren Platz im Kräuterbeet gefunden.  Unser Kräutergarten besteht aus zwei grossen mit Buchsbaum gesäumten .Eines der Beete widmet sich den klassischen Kräutern und Gewürzen, das zweite hat ebenfalls dekorative Elemente und ist mit Duftpflanzen und Kräutern bestanden. Hier wächst zum Beispiel der gelb-blühende und dekorative, gelbblühende ca. 2 m grosse Alant, eine Pflanze die auch in Räuchermischungen Verwendung findet.

*Küchenkräuter: Küchenkräuter des täglichen Bedarfs wurden zustäzlich noch einmal direkt am Gemüsegarten vor dem Kleinen Haus gepflanzt. So kann man, wenn man Kräuter zum Kochen benötigt, schnell einmal in den Garten gehen und diese ernten. Das ist äusserst praktisch, denn man hat vom Haus aus keine langen Wege um die Kräuter zu holen. Dill, der leckere und dekorative Gold-Fenchel, mehrere Salbeisorten, verschienden Arten der Minze, Oregano (verschiedene Arten) Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Essbare Rosen, Wermut, Beinwell, Gurkenkraut, Exoten wie Currykraut..etc..

Historische Erdbeersorten und weitere Obstsorten wachsen ebenfalls im Garten. Der Eigenbedarf der Familie an Gemüse wird zum grössten Teil aus dem Garten gedeckt.

Rosen: Die Rosenrabatten werden von Buchsbaum eingegrenzt und werden von Buchs- und Eibenforngehölzen, weiteren Eibenhecken und Buchsbaumkugeln und -zylindern flankiert. Die historischen Rosen und die David Austin Rosen (die hier hervorragend wachsen und sehr wiederstandfähig sind) sind in Farben (z.B. Gelb, Rosa, Rot, Beige..) gehalten und die langgezogenen Beete werden zusätzlich durch Pflanzen wie Rittersporn, Margariten, Lavendel und weitere Pflanzen aufgelockert. Durch diese Kombination entsteht der Eindruck eines farbigen Blumenstrausses. Die Rosenrabatten flankieren den mit Kies bestreuten Gartenweg über dem sich 4 hölzerne Rosenbögen/Pergolen aus Eichen-bzw. Lärchenholz ziehen.

Formen und Struktur des Gartens: 4 hölzerne Pergolen sind in regelmässigen Abständen im Garten platziert und teilen den Garten so in einzelne Abschnitte. Diese Pergolen sind mit Rankrosen, Clematis, Rankhortensien und weiteren Rankpflanzen bewachsen. An den Garten schliessen sich der Pavillion und die von Stakettenzäunen eingefriedeten Weiden für die Schafe an.

Obstbäume: Im Nutzgarten stehen auch einige Obstbäume, wie Apfel und Birnen. Auf den Weiden sind weitere historische Obstbäume gepflanzt worden. Birnen, Apfel, Quitten, Pflaumen, Mirabellen und auch Nussbäume gedeihen dort.

Bäume: Mehrere Säuleneichen, Eichen, Buchen, Küstenfichten und andere seltene Baumarten befinden sich auf dem kleinen Arboretum vor dem Haus welches von Rhododendron und exotischen, kleinwüchsigen Bäumen und Buschen (wie Pfaffenhütchen, wilden Rosen, japanischen Ahorn und weiteren Sträuchern aufgelockert wird.

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Komposthaufen und Misthaufen:

Selbstverständlich gibt es in unserem Garten einen Komposthaufen, dort werden Gartenabfälle zur Gewinnung von Komposterde abgelagert. Der Haufen wird im Frühjahr durchgearbeitet (natürlich erst nachdem die Igel, die dort überwintern ausgezogen sind), dann wird die Erde gesiebt und im Garten in die Beete eingearbeitet, auch Blumenerde für Töpfe und Pflanzen kann gewonnen werden.

Misthaufen: Ein Misthaufen ist ein wichtiger Lieferant für Naturdünger. Wir haben eine kleine Schafherde und im Winter, wenn die Tiere im Stall stehen, entsteht eine Menge Mist, dieser wird in der "Miste" gesammelt und nachdem der Mist ein wenig "vergangen" ist im Herbst auf die Beete gestreut und eingearbeitet. Dieser "Dünger" beschert uns herrliche Gemüsepflanzen. Es macht etwas Mühe, Biodünger in den Boden zu bringen, lohnt sich aber.

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