Kulinarisches aus dem Teutoburger Wald

Machen Sie Ausflüge in die Restaurants der Umgebung. Wir haben gute Tipps für Sie, wo man gut essen kann.

Wissen Sie, was Pickert ist - oder haben Sie schon einmal Schnippelbohnendurcheinander gegessen oder ist Ihnen das Paderborner Brot ein Begriff? Nein, dann wird es aber Zeit, dass Sie in den Teutoburger Wald kommen und dies nachholen. Denn es lohnt sich, in den Restaurants der Umgebung diese urigen Spezialitäten zu probieren. Sie sind sehr lecker!  Rezepte dazu finden Sie weiter unten auf dieser Seite!

Aber was ist denn nun ein Pickert? .."Pickert ist - die regionale Spezialität in Ostwestfalen Lippe - es handelt sich um ein pfannekuchenartiges Gericht* welches aus Hefe, Wasser, Mehl, Eiern, geriebenen Kartoffeln und eventuell je nach Rezept sogar mit Rosinen bestückt wird. Der Pickert-Teig ist in der Konsistenz deutlich dicker als normaler Pfannekuchen oder "Pannekauken" wie man in Westfalen auf Platt sagt..Der Teig wird in der Pfanne gebraten und dann mit Butter, Pflaumen- oder Zwetschgenmus, Marmelade, Kompott, Apfelmus, Rübenkraut oder auch lippischer Leberwurst bestrichen verzehrt.(Zitat aus Wikipedia)...Einfach Lecker und schade, dass man das nicht mehr überall bekommt!

Mehr dazu unter Wikipdia..unter : http://de.wikipedia.org/wiki/Pickert

Ein kleiner Exkurs in die Ernährungsgewohnheiten der Bewohner des Teutoburger Waldes. Die "Küche" der Region war einfach, aber nahrhaft.

Die Westfalen essen auch heute noch gern und gut...früher lebte man bescheiden von dem, was das eigene Feld, der Garten und der Hof lieferten. Die körperlich schwere Arbeit der Landbevölkerung verlangte eine einfache, schnelle aber sättigende Küche. Es wurden einige Rezepte überliefert die Gemüse, wie zum Beispiel Kohl - Bohnen und oder Kartoffeln..verwendeten. Viele dieser Rezepte werden auch heute noch in Westfalen gern gekocht..Natürlich gab es auch Fleischgerichte diese waren aber ganz anders als heute..nur für besondere Feiertage vorbehalten. Auch Fisch gab es eigentlich nur Freitags bzw. zu bestimmten Zeiten im Jahr z.B. an Aschermittwoch!

Bei "Forstmeisters'" auf dem Alten Forstamt wurde auch sehr nahrhaft gekocht..so ist es überliefert, dass die Forstmeistersfrauen für Ihre Gemüsegärten und die leckeren Wildgerichte weithin berühmt waren. Auch für Wildbret gibt es noch einige typische Gerichte der Region, die uns überliefert wurden. Im Forstamt wurden und werden heute noch häufig Wildgerichte gekocht..dazu kommen demnächst noch einige Rezpte in diese Rubrik..

In unserer Region gab es früher häufig zum Frühstück schon warme Suppen die wurden im westfälischen " Soppen", oder "Söppkes", genannt. Es gab auch Grütze oder es wurde auch häufig kalte oder warme Milchsuppe gekocht. Als zweites Frühstück wurden belegte Brote oder Wurstebrote gereicht.

Zum Mittagessen (und das wurde im Sommer dann häufig auf dem Feld eingenommen da die ganze Familie an der Ernte bzw. der Feldarbeit beteiligt war) gab des dann wieder eine deftige Suppe  oder einen Gemüsetopf den man mit selbst gebackenem Brot verzehrte - die Suppe wurde dann nach der nach der Mahlzeit wieder auf die dem Kohleherd gestellt  und blieb so den ganzen Tag warm. So musste man sich nicht weiter um dieses Gericht kümmern..es kochte also von allein und blieb warm. Am Abend hatte man dann wieder eine reichhaltige Mahlzeit für die vom Feld heimkehrende Mannschaft.

Häufig gab es zu dem Eintopfgericht Pfannkuchen (häufig Pickert*), oder Speck und häufig das berühmte Paderborner (Brot) das typische Graubrot der Region mit der festen doppelt gebackenen wohlschmeckenden Kruste). Die Küche war kalorienreich , aber durch das lange Kochen und Warmhalten der Speisen waren auch kaum noch Vitamine in der Kost enthalten.

Hier eines meiner Lieblingsrezepte (*es gibt noch viele alte und überlieferte (in Sütterlinschrift geschriebene) Rezepte aus unserer Familie (von Mutter und Grossmutter) dieses stammt von meiner Mutter, Margarethe Pollmann:

Schnippelbohnendurcheinander (das ist der orginal westf. Name - der Name Eintopf ist hier nicht verbreitet):

1 Pfd. Schnippelbohnen aus dem Fass*, 1 Eßl. Butter, Wasser (nach Augenmass und Menge der Esser) 1 1/4 Pfd Kartoffeln, 2-3 Zwiebeln, Speck, Salz, Bohnenkraut, 1 Bregenwurst Schnippelbohnen zuerst mit kochendem Wasser abbrühen, 3 Stunden stehen lassen, dann abschütten und nochmal mit Bohnenkraut, Bregenwurst (oder mit Mettendchen) und kochend heissem Wasser aufsetzen und garkochen. Die Kartoffeln in kleine mundgerechte Würfel schneiden und diese mit Salzwasser garkochen. Die Kartoffeln dann abschütten, zu den Bohnen geben. Speck und Zwiebeln kleinschneiden und anschwitzen bis diese braun sind und gut duften und dann in die fertige Suppe tun. Wichtig - genug Salz reintun! - Wenn man dieses Rezept mit wenig Wasser kochm, kann man das Gericht mit süsser Sahne verfeinern, auch als Durchgemüse mit der Gabel essen. Dazu reicht man Blutwurst warm oder kalt und freitags (kein Fleisch) Pickert oder Pfannekuchen.

Hier damit es auch komplett ist das alte Rezpt zum Einlegen der"Schnippel-Bohnen" Schnippelbohnen im Steinfass* einlegen: man verwendet nur frisch gepflückte grüne Stangenbohnen. Die Bohnen werden kurz gewaschen und gereinigt, dann aufgeschnitten, von den Fäden befreit und sehr fein geschnippelt, aber so, dass man die Bohnen noch sieht. Auf 10 Pfd Bohnen gibt man 1 Pfd. Salz. Die Bohnen werden in einen Steintopf mit Salz und Bohnenkraut geschichtet - Masse mit dem Löffel andrücken(aber nicht zu fest), dann legt man ein sauberes Brettchen drauf und beschert dieses mit einem gut gereinigten flachen Stein. Die Bohnen müssen mit Salzlake aufgegossen werden, dann beginnt die Gärung und wenn Sie vergoren sind (regelmässig nachsehen, ob die Gärung eingesetzt hat, erkennt man am Schaum und dem säuerlichen Geruch) , Bohnen müssen wöchentlich einmal abgewaschen werden, der Schaum der sich auf den Bohnen bildet muss abermals abgewaschen werden und man sollte dann nach Gefühl wieder neue Salzlake nachfüllen. Es ist wichtig, dass die Bohnen gerade immer vom Salzwasser bedeckt sein. Die Salzlake muss vorher aufgekocht worden sein und erkaltet sein, erst dann kann man Sie verwenden. Die Bohnen sind fertig, wenn sich kein Schaum mehr bildet!

Der Pickert, Varianten Lippischer Pickert, Westfälischer Pickert, Kastenpickert

Lippischer Pickert

Sehr oft werden wir von unseren Gäste gefragt - was ist denn eigentlich Pickert..nun die Frage ist schnell beantwortet - Pickert ist ein pfannekuchenartiges Gericht und wurde früher als "Arme-Leute-Essen", in der Region Lippe und besonders in der Senne (Augustdorf, Schlangen, Kohlstädt..), angesehen. Heute ist der Pickert eine Berühmtheit, viele Köche nehmen sich dieser traditionellen Speise an und mittlerweile ist Pickert weit über die Grenzen Lippes bekannt.

Pickert ist ein sehr vielseitiges Gericht, denn kann süss entweder mit Pflaumenmus, Apfelmus, Apfelkompott oder auch mit Rübenkraut und salzig mit deftigen Zutaten wie Leberwurst oder ähnlichem zubereitet werden. Allen Pickert-Rezepten haben eines gemeinsam die Zusammenstellung der Zutaten wie Mehl, Eier, geriebenenKartoffeln, Hefe und Wasser. Manche der süssen Rezepte haben auch noch Rosinen als Zutaten auf der Liste.

Pickert wurde traditionell auf dem Herd (direkt auf der Herdplatte) gebacken, aber da heute nur noch sehr wenige Haushalte über einen Holzherd verfügen, wird Pickert heute öfter in der Pfanne oder Pickertplatte gebacken. Jede Familie hatte früher Ihr eigenes Rezept für den Pickert. Es gibt übrigens neben den aufgeführten Varianten auch eine Variante mit Buchweizenmehl oder auch mit Zutaten wie Mehl gemischt .....

Westfälischer Pickert

Im Gegensatz zum Lippischen Pickert, gibt es auch eine Westfälische Variante, den Westfälischen Pickert oder "Lappenpickert", dieser bestand ebenfalls aus geriebenen Kartoffeln als Grundlage. Hinzu kommen hier Mehl, Eier, Milch und Salz. Die Zubereitung und das langsame Ausbacken erfolgen in einer Pickertplatte aus Gusseisen. Die erhitzte Platte wird mit Scheiben von geräucherten, fettem Speck eingerieben, dies ergibt einen ganz eigenen und leckeren Duft und Geschmack. Nach dem Einreiben der Platte mit Speck kann das Backen beginnen, jetzt wird der Teig auf der Platte in runden ca. 10 cm grossen Portionen verteilt. Das Gericht wird bei geringer Hitze beidseitig gebräunt.

Ausserdem gibt es eine weiere Variante, den "Kastenpickert" der in der Region um Bielefeld und auch im Gütersloher Raum verbreitet war. Hier wird der Pickert in einer Kastenform ähnlich wie eine Eckige Kuchenform wie ein Brot gebacken. Nach dem Abkühlen wird der Pickert in Scheiben geschnitten und dann in einer Pfanne mit heissem Fett gebacken. Die Westfälische Variante wird gern mit Butter (gesalzen) aber auch mit den vom lippischen Pickert bekannten Aufstrichen gegessen. Sehr häufig wurde dazu Bohnenkaffee gereicht.

Pickert Grundrezept: 500 g Kartoffeln,500 Mehl, 5 Eier, 25 g Hefe (frisch), oder 1 Päckchen Trockenhefe, 1 Teelöffel Salz, (Rosinen je nach Variante).

Manche versetzen den Teig mit etwas Bier und so bekommt man eine völlig andere, interessante Note!

Zubereitung:

Die rohen und geschälten Kartoffeln werden mittels einer Küchenreibe zu Brei gerieben. Dann werden die Eier und ggf. die Rosinen hinzugefügt und in eine Schale gegeben und verrührt. Das Mehl wird unter langsamen Rühren hinzugefügt. Dann wird die Hefe in 100-150 ml Wasser aufgelöst und gibt wird dann gemeinsam mit dem Salz zu der angerührten Masse hinzugefügt. Man rührt nun alles noch einmal gründlich um und lässt es unter einem Tuch eine Stunde ghene. Dann ist der Teig bereit zum Backen und kann in einer heissen Pfanne mit Öl gegeben werden und goldbraun ausgebacken werden.


 

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